„Laudatio Kölner Tanztheaterpreis 2019“

von Jurymitglied Dr. Rita Kramp

 

 „Wer eine Arbeit der Choreographin Carla Jordão besucht, darf sicher sein: es wird getanzt. Und zwar bis in jede Faser des Körpers. Carla Jordão oszilliert in ihren Choreographien zwischen großem Gestus und kleinstem Zittern, zwischen verdichteter Konzentration und rascher Bewegungsfolge, zwischen dunkler Beklemmung und fröhlicher Leichtigkeit. Sie hat keine Angst vor der Inszenierung des Körpers, sie zeigt offensiv die vielseitigen Ausdrucksmöglichkeiten der tänzerischen Bewegung, die emotionalen Zugang zu intellektuellen Zuständen ermöglicht, die den Raum buchstäblich begreifbar macht, die ein Hörerlebnis von Musik, Sound, Geräuschen entstehen lässt, das zu Irritationen und Überraschungen führt. Sie zeigt den tanzenden Körper in einer Vielfalt von Facetten, die in Soli, Duos oder auch Gruppenchoreographien sowohl den konkreten Raum erfahrbar machen als auch zu einer Bilderwelt im Kopf des Zuschauers führen, die ihn noch lange begleiten.“ (…)

                                                                                     

 

 „A universal weakness“ – 2019

 

Von Melanie Suchy

 

„Schwäche Lächeln“ – Mit A universal weakness zeigt die Kölner Choreografin Carla Jordão ihr erstes großes Duo. (…) Carla Jordão hat schon etliche kleinere Stücke gemacht, darunter 2018 eines über „Needless Nedless“ der Künstlerin Mary Bauermeister, hat auch bereits kleine Preise gewonnen. Mit A universal besiegt sie die Kleinheit.

 

 

„Under water in a virtual room“ - 2018

 

von Thomas Linden

 

„Kaum sind die ersten Klänge zu hören, stellt man sich die Wellen und den Wind vor. Debussys „La mer“ kurbelt die Bildproduktion unserer Fantasie an. Die Tänzerin zirkelt für „under water in a virtual room“ das Aktions-Areal in der Tanzhalle von Barnes Crossing mit rotweißem Streifenband ab und installiert das Klavier als wichtigsten Protagonisten in dieses Geviert. Während das Duo Crommelynck im Hintergrund Debussys Musik interpretiert, bietet Jordão Humorvoll-konzentrierte Bewegungsfolgen, die Schwerelosigkeit und Widerstand des flüssigen Elements spürbar werden lassen. Eine feine Tanz-Miniatur gelingt mit ihrem Solo.“

 

 

 „Delimited expanding mass“ - 2017

von Anne Abelein

 

„Dem Modern House Dance oder „Voguing“, widmet sich Carla Jordão aus Portugal in „Delimited expanding mass“, das sie Eray Gülay aus DE auf seinen Wunsch auf den Leib geschneidert hat. Jordão und Gülay spielen virtuos mit linearen, abgewinkelten Körperformen, die sie den schreitenden und posierenden Models der 1980er Jahre entlehnt haben, und verfremden diese.

 

 

 „Projections of the unconscious“ - 2016

von Lara Sagen

 

„Für die gebürtige Portugiesin Carla Jordão stellen Werke der bildenden Kunst den Ausgangspunkt für ihre Produktion „Projections of the unconscious“ dar. Durch ruckartige und immer energischere Bewegungen befreite sie ihre Tänzer an diesem Abend aus der Starre und ließ sie nach und nach zum Leben erwachen.“

 

 

 „Drafting Plan“ - 2015

In Tanzweb

 

„Drafting Plan“: ein starkes Konzept und dessen choreografische Umsetzung. Der Tanz bewegt sich zwischen Gleichzeitigkeit und Differenz und wir sehen eine großartige Kombination von Präzision, Detail und Charaktertiefe.“